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Gibt es die Premier-Padel-Pause überhaupt noch wirklich?

  • 10. Aug.
  • 5 Min. Lesezeit
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Am 9. August endet in London das erste P1-Turnier der Saison. Erst am 29. August, mit den Qualifikationsrunden, geht es beim nächsten Stopp der Tour weiter: dem Madrid P1, dessen Hauptfeld am 1. September startet. Im offiziellen Kalender klafft damit eine Lücke von fast drei Wochen. Zum Stillstand kommt der Profi-Padel-Betrieb deswegen aber keineswegs: Vom 13. bis 16. August tritt die Pro Padel League in Los Angeles an, während das Padel Invitational am 15. und 16. August im Opernhaus von Sydney gastiert.

Eine Pause für Premier Padel – ja. Für das gesamte Profi-Ökosystem hingegen kaum.

Fast drei Wochen ohne Premier-Padel-Turnier

Das Finale des London P1 steigt am Sonntag, den 9. August. Die Qualifikation für das Madrid P1 beginnt am Samstag, den 29. August, während die direkt fürs Hauptfeld qualifizierten Spieler erst am Dienstag, den 1. September, wieder in den Wettkampf einsteigen.

Diese Pause folgt auf eine besonders dichte Terminfolge: Málaga P1 vom 13. bis 19. Juli, Pretoria P1 vom 26. Juli bis 2. August, dann London vom 2. bis 9. August inklusive Qualifikation.

Für Spieler, die an keinem weiteren Event teilnehmen, könnte diese Phase der Erholung, dem physischen Aufbau und der Vorbereitung auf die kommenden Wochen dienen. Doch zwei Organisationen haben sich entschieden, genau dieses vom Haupttour freigelassene Zeitfenster zu besetzen.

Los Angeles: ein Wettbewerb mit eigenem Kalender

Vom 13. bis 16. August – nur vier Tage nach dem Finale in London – richtet die Pro Padel League im Barker Hangar in Los Angeles die zweite Etappe ihrer Saison 2026 aus. Die offizielle Turnierseite kündigt vier Wettkampftage an, mit einem abschließenden Finaltag am Sonntag, dem 16. August.

Von einer bloßen Show-Veranstaltung kann dabei keine Rede sein. Die PPL basiert auf zehn nordamerikanischen Franchises und trägt sowohl Männer- als auch Frauenwettbewerbe aus. Laut Ligareglement nehmen alle Teams an den Etappen der regulären Saison teil und sammeln Punkte für die City's Cup, die vom 3. bis 6. Dezember in Miami stattfindet. Nach New York im Juli und Los Angeles im August soll die Tour außerdem noch nach Playa del Carmen und Guadalajara führen.

Im offiziellen Kader der Liga stehen zahlreiche Spielerinnen und Spieler, die parallel auch auf der Premier-Padel-Tour aktiv sind – darunter Sofía Araújo, Tino Libaak, Álex Arroyo, Claudia Jensen, Aranzazu Osoro, Victoria Iglesias, Álex Ruiz und Lorena Rufo.

Eine wichtige Einschränkung bleibt jedoch bestehen: Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nannte die Turnierseite von Los Angeles noch keine vollständige, namentliche Teilnehmerliste. Dass ein Spieler im Kader einer Franchise geführt wird, bestätigt für sich genommen also noch nicht dessen tatsächliche Teilnahme an dieser Etappe.

Eine PPL mit wachsenden finanziellen Ambitionen

Die PPL hat 2026 eine Kapitalrunde über 15 Millionen US-Dollar bekanntgegeben. Zudem schloss sie ein Abkommen mit USA Sports, das die Übertragung von fünf Saisonfinals – darunter jenes von Los Angeles – auf CNBC vorsieht.

Diese Investitionen zeigen den Willen der Liga, auf dem nordamerikanischen Markt ein dauerhaft tragfähiges Profiprodukt aufzubauen. Über die Bezahlung der einzelnen Spielerinnen und Spieler sagen sie jedoch nichts aus.

Mögliche Gehälter, Antrittsprämien oder vertragliche Verpflichtungen der Franchise-Mitglieder sind in den öffentlich zugänglichen Dokumenten nicht aufgeschlüsselt. Es wäre daher unbegründet zu behaupten, die Spieler träten hauptsächlich aus finanziellen Gründen an oder seien vertraglich zur Teilnahme in Los Angeles verpflichtet.

Sydney: ein von Premier Padel und der FIP unterstütztes Schaufenster

Am 15. und 16. August wird das Opernhaus von Sydney Schauplatz der ersten Ausgabe des Padel Invitational presented by UBS. Auf dem Northern Broadwalk, direkt am Hafen von Sydney, entsteht dafür ein temporärer Platz.

Laut der von der FIP am 31. Juli veröffentlichten offiziellen Liste werden Martín Di Nenno, Alejandra Salazar, Maxi Sánchez, Pablo García, Marina Lobo, Aimee Gibson und Mar Munera dabei sein. Auch der inzwischen vom Profi-Circuit zurückgetretene Juan Martín Díaz wird anwesend sein, ebenso wie die ehemaligen Tennisprofis Pat Rafter und Casey Dellacqua.

Diese Namen und Termine finden sich ebenfalls auf der offiziellen Website des Sydney Opera House. Wie bei jedem bevorstehenden Event kann sich die Besetzung im Falle von Absagen naturgemäß noch ändern – bei der genannten Liste handelt es sich jedoch um die offiziell bestätigte Aufstellung.

Anders als die Pro Padel League versteht sich Sydney nicht als eigenständiger Wettbewerb über eine komplette Saison. Das Programm mischt Show-Matches, das Format „One Point Padel", Auftritte prominenter Gäste, Community-Aktionen und die Finals eines australischen Wettbewerbs.

Entscheidend ist vor allem: Organisiert wird das Event von Padel Australia in Zusammenarbeit mit Premier Padel und dem internationalen Verband. Es kann daher nicht als direkter Konkurrent zur offiziellen Tour dargestellt werden. Erklärtes Ziel ist es, Padel auf dem australischen Markt sichtbar zu machen und dem Sport an einem der bekanntesten Orte der Welt eine internationale Bühne zu geben.

Eine Freiheit, die das Premier-Padel-Reglement einhegt

Die Reglements von Premier Padel für Männer und Frauen sprechen kein generelles Verbot aus, während einer Woche ohne offizielles Turnier an einem externen Event teilzunehmen.

Sie legen jedoch eine Prioritätsregel fest: Findet ein anderer Wettbewerb oder eine Show-Veranstaltung zeitgleich mit einem Premier-Padel-Turnier statt, müssen die Spieler dem Turnier der offiziellen Tour den Vorrang geben.

Auch die Kommunikation wird geregelt: Die Spieler verpflichten sich, in den zehn Tagen vor und nach einem Premier-Padel-Turnier keine andere Tour, kein anderes Turnier und kein anderes Padel-Event direkt oder indirekt zu bewerben oder anzukündigen.

Nach dem Wortlaut des Reglements werden die Teilnahme an einem externen Event und dessen kommerzielle Bewerbung also nicht vollkommen gleich behandelt. Wie diese Klausel im Einzelfall angewendet wird und welche Ausnahmegenehmigungen möglicherweise erteilt wurden, ist jedoch nicht öffentlich bekannt. Es wäre daher überzogen, bei den Spielern, die eventuell nach Los Angeles reisen, von einem Regelverstoß auszugehen.

Auch in der Pause können Werbeverpflichtungen anfallen

Das Reglement sieht zudem vor, dass jeder Spieler pro Saison für vier offizielle Promotion-Tage zur Verfügung stehen muss – Reisezeiten nicht mitgerechnet. Dazu können Turnier-Launches, Interviews, Dreharbeiten, Clinics, Pro-Ams oder Show-Matches zählen.

Das bedeutet nicht automatisch, dass das Padel Invitational in Sydney für die betroffenen Spieler auf diese vier Tage angerechnet wird – dafür gibt es keine offizielle Quelle. Die Klausel zeigt aber, dass eine turnierfreie Woche nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit Urlaub für alle Profis ist.

Erholen oder weiterspielen

Nicht alle Spieler erleben die Unterbrechung also gleich. Wer weder nach Los Angeles noch nach Sydney reist, bekommt vor Madrid eine echte wettkampffreie Zeit. Andere verlängern ihren Kalender um eine zusätzliche Etappe oder einen Promo-Auftritt.

So sind Martín Di Nenno und Alejandra Salazar sowohl beim London P1 im Einsatz als auch offiziell für Sydney am darauffolgenden Wochenende angekündigt. Ihr Programm umfasst damit zwei aufeinanderfolgende Events auf zwei Kontinenten – wenngleich die genauen Reisedaten und -routen nicht öffentlich bekannt sind.

Solche Engagements sollten mit Vorsicht betrachtet werden. Die individuellen Beweggründe und finanziellen Konditionen sind nicht bekannt. Festzustellen ist lediglich, dass die Spieler inzwischen in einem Umfeld agieren, in dem mehrere Veranstalter in den von Premier Padel freigelassenen Zeitfenstern eigene Wettbewerbe oder Show-Events anbieten können.

Freie Wochen sind strategisch geworden

Premier Padel bleibt die Tour, die die Saison strukturiert und deren Ergebnisse in die FIP-Weltrangliste einfließen. Doch die Entwicklung des Sports bringt weitere Formate mit sich: Team-Ligen, Show-Events, Promotion-Veranstaltungen und Aktionen zur Erschließung neuer Märkte.

Los Angeles und Sydney stehen dabei für zwei unterschiedliche Strategien. Die PPL baut mit Franchises, einer Tabelle und einer regulären Saison ihre eigene Meisterschaft auf. Das Padel Invitational nutzt Spektakel und einen ikonischen Austragungsort, um Padel in Australien zu bewerben – mit Unterstützung von Premier Padel und der FIP.

Die Premier-Padel-Pause existiert im Kalender also durchaus. Für manche Spieler bedeutet sie eine echte Erholungsphase. Für andere ist sie mit neuen Reisen und neuen Verpflichtungen gefüllt. In einem Sport, der seine Internationalisierung immer weiter vorantreibt, sind turnierfreie Wochen längst zu eigenständigen sportlichen, medialen und kommerziellen Räumen geworden.

Quelle: Le Padel Magazine (padelmagazine.fr) – https://padelmagazine.fr/la-pause-premier-padel-existe-t-elle-encore-vraiment/

 
 
 

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