
Premier Padel: Die Preisgeld-Unterschiede zwischen Männern und Frauen 2026 im Kategorienvergleich
- 14. Aug.
- 5 Min. Lesezeit

Gleiches Turnier, gleiche Plätze, gleiche Kategorien – aber nicht zwangsläufig die gleichen Prämien. 2026 bleibt das Preisgeld bei Premier Padel zwischen der Herren- und der Damentour spürbar unterschiedlich, besonders bei den P1- und P2-Turnieren.
Die separat veröffentlichten offiziellen Reglements 2026 für Männer und Frauen erlauben es, diese Unterschiede präzise zu erfassen. Und der Befund ist komplexer als ein einfacher Gegensatz zwischen Herren- und Damentour: Bei manchen Majors sind die Prämien identisch, während sie bei anderen Turnieren fast doppelt so hoch ausfallen können.
Premier Padel P1: 52.540 € pro Paar bei den Herren gegenüber 34.000 € bei den Damen
Das ist wohl das anschaulichste Beispiel.
Bei einem Premier Padel P1 erhält der Sieger 26.270 € pro Spieler bei den Herren, gegenüber 17.000 € pro Spielerin bei den Damen.
Auf ein Paar gerechnet bedeutet das: 52.540 € für die Herren-Champions gegenüber 34.000 € für die Damen-Champions. Ein Unterschied von 18.540 € für das siegreiche Paar.
Das Herren-Reglement legt zudem das Mindestpreisgeld eines P1 auf rund 309.068 € fest, gegenüber 170.000 € im Damen-Reglement.
Zur Einordnung die offizielle Prämienstaffel eines P1 (Herren / Damen, jeweils pro Spieler bzw. pro Paar): Sieger 26.270 € / 52.540 € gegenüber 17.000 € / 34.000 €. Finalisten 13.917 € / 27.834 € gegenüber 9.350 € / 18.700 €. Halbfinalisten 7.340 € / 14.680 € gegenüber 5.100 € / 10.200 €. Viertelfinalisten 4.630 € / 9.260 € gegenüber 3.506 € / 7.012 €. Achtelfinale 2.705 € / 5.410 € gegenüber 2.125 € / 4.250 €. 1/16 1.980 € / 3.960 € gegenüber 1.105 € / 2.210 €. Letzte Qualifikationsrunde 870 € / 1.740 € gegenüber 723 € / 1.446 €.
Die offiziellen Staffeln bestätigen diese Einzelbeträge. Beim Sieg beträgt der Unterschied somit 9.270 € pro Spieler, also eine um rund 54,5 % höhere Herrenprämie.
Premier Padel P2: ein kleinerer, aber weiterhin vorhandener Abstand
Bei den P2-Turnieren verringert sich der Unterschied, bleibt aber spürbar. Ein Sieger erhält 13.960 €, gegenüber 11.000 € für eine Siegerin. Auf ein Paar gerechnet: 27.920 € bei den Herren gegenüber 22.000 € bei den Damen.
P2-Prämienstaffel (Herren / Damen): Sieger 13.960 € / 27.920 € gegenüber 11.000 € / 22.000 €. Finalisten 8.205 € / 16.410 € gegenüber 6.050 € / 12.100 €. Halbfinalisten 4.515 € / 9.030 € gegenüber 3.300 € / 6.600 €. Viertelfinalisten 2.875 € / 5.750 € gegenüber 2.310 € / 4.620 €. Achtelfinale 1.950 € / 3.900 € gegenüber 1.430 € / 2.860 €. 1/16 1.305 € / 2.610 € gegenüber 963 € / 1.926 €. Letzte Qualifikationsrunde 828 € / 1.656 € gegenüber 509 € / 1.018 €.
Die offiziellen Beträge sind in beiden Staffeln für 2026 einsehbar. Bei einem Sieg beträgt der Unterschied somit 2.960 € pro Spieler bzw. 5.920 € pro Paar.
Majors: Hier wird der Vergleich besonders erstaunlich
Bei den Majors wird der Vergleich besonders interessant. Das Damen-Reglement unterscheidet 2026 nämlich zwischen zwei Major-Stufen, in der Staffel als Major I und Major II bezeichnet. Und die Beträge unterscheiden sich radikal.
Major I: nahezu vollständige Gleichstellung zwischen Männern und Frauen
Bei den Damen-Majors der Kategorie Major I sind die individuellen Prämien bis zu den entscheidenden Runden exakt dieselben wie bei den Herren. Ein Champion und eine Champion erhalten damit beide 48.700 €. Ein siegreiches Paar nimmt somit 97.400 € mit nach Hause – sowohl bei den Herren als auch bei den Damen.
Major-I-Prämienstaffel (Herren und Damen gleich): Sieger 48.700 € / 97.400 €. Finalisten 24.350 € / 48.700 €. Halbfinalisten 13.525 € / 27.050 €. Viertelfinalisten 8.790 € / 17.580 €. Achtelfinale 5.409 € / 10.818 €. 1/16 3.460 € / 6.920 €. 1/32 1.965 € / 3.930 €. Letzte Qualifikationsrunde 1.274 € / 2.548 €.
Beide Reglements zeigen tatsächlich dieselben Prämien pro Spieler bzw. Spielerin auf dieser Major-Stufe. Allerdings muss man festhalten, dass das Gesamtbudget nicht exakt identisch ist, unter anderem aufgrund der Zusammensetzung und Größe der Tableaus: Das Herren-Reglement nennt rund 540.868 €, während der Damen-Major I mit 503.981 € angegeben wird. Doch für Spieler und Spielerinnen, die dieselben entscheidenden Runden erreichen, ist die Gleichstellung tatsächlich real.
Major II: fast eine Halbierung
Und hier wird die Situation deutlich spektakulärer. Bei den Damen-Majors der Stufe Major II erhält eine Championne nicht mehr 48.700 €, sondern 24.750 €. Mit anderen Worten: 48.700 € pro Spieler bei den Herren gegenüber 24.750 € bei den Damen. Pro Paar ergibt das: 97.400 € für die Herren-Champions gegenüber nur 49.500 € für die Damen-Champions.
Prämienstaffel Herren-Major gegenüber Damen-Major II: Sieger 48.700 € / 97.400 € gegenüber 24.750 € / 49.500 €. Finalisten 24.350 € / 48.700 € gegenüber 12.375 € / 24.750 €. Halbfinalisten 13.525 € / 27.050 € gegenüber 6.875 € / 13.750 €. Viertelfinalisten 8.790 € / 17.580 € gegenüber 4.813 € / 9.626 €. Achtelfinale 5.409 € / 10.818 € gegenüber 3.059 € / 6.118 €. 1/16 3.460 € / 6.920 € gegenüber 1.730 € / 3.460 €. 1/32 1.965 € / 3.930 € gegenüber 1.352 € / 2.704 €. Letzte Qualifikationsrunde 1.274 € / 2.548 € gegenüber 791 € / 1.582 €.
Die offizielle Damen-Staffel bestätigt insbesondere die 24.750 € für die Championne, 12.375 € für die Finalistin und 6.875 € für die Halbfinalistinnen.
Beim Sieg ist der Abstand also enorm: 23.950 € pro Spieler, also 47.900 € pro Paar. Das Preisgeld des siegreichen Herrenpaares ist damit auf dieser Major-Stufe fast doppelt so hoch wie das des siegreichen Damenpaares.
Die Champions-Prämien im Überblick
Zur schnellen Übersicht der Unterschiede (Herren / Damen, pro Spieler bzw. pro Paar): Major I 48.700 € / 97.400 € gegenüber 48.700 € / 97.400 €. Major II* 48.700 € / 97.400 € gegenüber 24.750 € / 49.500 €. P1 26.270 € / 52.540 € gegenüber 17.000 € / 34.000 €. P2 13.960 € / 27.920 € gegenüber 11.000 € / 22.000 €. (*Die Unterscheidung Major I / Major II existiert nur im Damen-Reglement 2026; bei den Herren gibt es nur eine Major-Staffel.)
Auch die Finals fallen sehr unterschiedlich aus
Unterschiede zeigen sich auch bei den für die Premier Padel Finals vorgesehenen Budgets. Das Herren-Reglement sieht ein Mindestpreisgeld von 284.200 € vor, während das Damen-Reglement 150.000 € nennt. Allerdings enthalten die hier verwendeten Reglements für die Finals keine mit Major, P1 und P2 vergleichbare Staffel nach Runden.
Sogar die Steigerungsmechanismen unterscheiden sich
Ein weiteres besonders interessantes Detail: Die beiden Reglements sehen keinen identischen Mechanismus für die Entwicklung des Preisgelds vor. Bei den Herren werden die Dotationen jährlich um 1,5 % erhöht, mit einer Zinseszins-Berechnung, die die Inflation berücksichtigen soll. Bei den Damen sieht das Reglement ab 2026 alle fünf Jahre eine Diskussion über die Preisgelder vor. Für die erste Überarbeitung ist unter den im Text festgelegten Bedingungen eine Erhöhung um 5 % vorgesehen.
Es geht also nicht nur um unterschiedliche Beträge: Auch das System, mit dem sich diese Beträge weiterentwickeln sollen, ist nicht dasselbe.
Warum also ein solcher Unterschied?
Sportlich lässt sich diese Frage kaum vermeiden. Premier Padel organisiert heute die Herren- und die Damentour unter demselben Banner, in denselben Wettkampfwochen und mit einer gemeinsamen internationalen Sichtbarkeit. Dennoch zeigen die Reglements 2026 drei sehr unterschiedliche Situationen.
Bei manchen Majors besteht bereits Gleichstellung bei den individuellen Prämien. Bei P1 und P2 bleiben die Herren weiterhin besser bezahlt. Und bei den Damen-Majors II wird der Abstand besonders groß, mit 97.400 € für das siegreiche Herrenpaar gegenüber 49.500 € für das siegreiche Damenpaar.
Das ist vielleicht letztlich die Zahl, die die Debatte am besten zusammenfasst. Denn wenn Premier Padel bei manchen Majors bereits zeigt, dass vollständige Gleichstellung möglich ist, stellt sich nun die Frage, ob diese Logik schrittweise auf den gesamten Kalender ausgeweitet werden könnte.
Quelle: Le Padel Magazine (padelmagazine.fr) – https://padelmagazine.fr/premier-padel-les-ecarts-de-prize-money-entre-hommes-et-femmes-categorie-par-categorie-en-2026/




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