Aufschlag, Netz und Ausgang durch die Tür: Was die Regel im Padel wirklich besagt
- Julius Lowman

- 22. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Eine der häufigsten Regelfragen auf dem Court
Kennst du wirklich alle Padel-Regeln? Selbst erfahrene Spieler geraten regelmäßig ins Grübeln, wenn es um scheinbar einfache Situationen geht. Eine davon tritt im Spielalltag besonders häufig auf: Was passiert, wenn ein Aufschlag das Netz berührt, korrekt im Aufschlagfeld aufspringt und anschließend durch die Tür oder über das Glas ins Aus geht? Ist der Ball gültig, ein Fehler – oder ein Let? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab.
Die Grundsatzentscheidung vor dem ersten Punkt
Noch bevor der erste Ball gespielt wird, müssen sich alle vier Spieler über einen entscheidenden Punkt einigen: Ist das Spielen außerhalb des Courts erlaubt oder nicht? Diese Vereinbarung ist elementar, da sie direkten Einfluss auf die Bewertung bestimmter Aufschläge und Ballwechsel hat.
Ist das Spielen im Freien erlaubt, darf ein Ball, der nach einem gültigen Schlag durch die Tür oder über das Glas ins Aus geht, von der gegnerischen Mannschaft außerhalb des Courts zurückgespielt werden. Ist das Spielen im Freien hingegen nicht gestattet, endet jeder Ball, der den Court verlässt, sofort – selbst dann, wenn er theoretisch noch erreichbar wäre. Diese Regel ist besonders beim Aufschlag von zentraler Bedeutung.
Wann ein Aufschlag als Let gilt
Ein Let beim Aufschlag liegt vor, wenn der Ball das Netz berührt und anschließend korrekt im richtigen Aufschlagfeld aufspringt. In diesem Fall wird der Aufschlag unabhängig davon, ob es sich um den ersten oder zweiten Versuch handelt, wiederholt. Der Punkt beginnt erneut.
Netzkontakt, Aufsprung und Gitter: eindeutig ein Fehler
Berührt der Aufschlag das Netz, springt korrekt im Aufschlagfeld auf und trifft danach direkt das Gitter, ist die Situation eindeutig geregelt. In diesem Fall handelt es sich um einen Aufschlagfehler. Der Punkt ist beendet, ohne dass es Raum für Interpretation oder Diskussion gibt.
Netzkontakt und direkter Ausgang durch die Tür: der entscheidende Unterschied
Besonders interessant wird es, wenn der Ball nach einem Let-Aufschlag korrekt im Aufschlagfeld aufspringt und anschließend direkt durch die Tür aus dem Court fliegt. Hier entscheidet ausschließlich die zuvor getroffene Vereinbarung zum Spielen im Freien.
Ist das Spielen außerhalb des Courts erlaubt, gilt der Aufschlag als korrekt. Der Punkt wird nicht ausgespielt, sondern der Aufschlag wird wiederholt – je nachdem, ob es sich um den ersten oder zweiten Aufschlag handelte.
Ist das Spielen im Freien hingegen nicht erlaubt, gilt derselbe Ball als Aus. Der Aufschlag wird als Fehler gewertet, da der Ball den Court verlassen hat. Der gesamte Unterschied liegt also ausschließlich in der Frage, ob das Verlassen des Spielfelds erlaubt ist oder nicht.
Ein oft missverstandener Sonderfall: Der Rückschläger ist nicht bereit
Eine weitere Situation sorgt regelmäßig für Verwirrung. Ist der Rückschläger nicht bereit, kann der Aufschlag als Let gewertet werden – allerdings nur unter einer klaren Voraussetzung. Der Rückschläger darf unter keinen Umständen versuchen, den Ball zu spielen.
Bleibt er vollkommen passiv, bewegt sich nicht und macht keine erkennbare Geste, wird der Aufschlag wiederholt. Versucht er jedoch, den Ball zurückzuspielen – selbst verspätet oder halbherzig –, gilt der Punkt als regulär gespielt. Ein Let ist in diesem Moment nicht mehr möglich.
Ob ein Aufschlag wiederholt wird oder als Fehler gilt, hängt immer vom Zusammenspiel mehrerer Faktoren ab: vom Netzkontakt, vom korrekten Aufsprung, von der Frage, ob das Verlassen des Courts erlaubt ist, und vom Verhalten des Rückschlägers. Wer nicht bereit ist, sollte den Ball niemals spielen – ganz gleich, was anschließend passiert.
Diese Details zeigen einmal mehr, wie wichtig Regelkenntnis im Padel ist. Denn oft entscheiden nicht spektakuläre Schläge, sondern ein klares Verständnis der Regeln über Punktgewinn oder Punktverlust.






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