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Galán kritisiert die Organisation: „Tapia und Coello bekommen mehr Ruhepausen“

  • 15. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Ein Finale für die Geschichtsbücher

Das Herrenfinale der Barcelona Premier Padel Finals bot alles, was man von einem modernen Klassiker erwarten darf. Zum 28. Mal trafen Arturo Coello und Agustín Tapia auf Ale Galán und Fede Chingotto – ein Duell, das sich längst zu einem festen Höhepunkt im Turnierkalender entwickelt hat. Nach fast drei Stunden hochintensivem Padel setzten sich erneut die Weltranglistenersten durch und gewannen mit 6:7, 6:3 und 7:6 nach 2:53 Stunden Spielzeit.

Es war ein weiterer Triumph für Coello und Tapia, die ihre beeindruckende Bilanz in Finals gegen Galán und Chingotto auf 20:8 ausbauen. Eine Dominanz, die sich auch in Barcelona fortsetzte – und deren Ende aktuell kaum absehbar scheint.

 

Galáns klare Worte vor dem Endspiel

Doch bereits vor dem sportlichen Schlagabtausch hatte ein anderer Moment für Aufmerksamkeit gesorgt. Auf der Pressekonferenz am Tag vor dem Finale äußerte sich Ale Galán ungewöhnlich offen zur Turnierorganisation und sprach einen möglichen Wettbewerbsnachteil an. Auf die Frage, ob Tapia und Coello durch ihren spielfreien Freitag im Vorteil seien, antwortete der Madrilene ohne Umschweife: Ja, sie hätten mehr Erholung. Zudem spielten sie ihr Halbfinale am Vormittag, was ihnen deutlich mehr Regenerationszeit zwischen Halbfinale und Finale verschaffe.

Der Ton blieb sachlich, aber die Botschaft war eindeutig. Galán nutzte die Gelegenheit, um grundsätzliche Kritik am Ablaufplan zu äußern. Er erklärte, dass sein Team es bevorzugt hätte, bereits am Donnerstag ins Turnier einzusteigen und die Halbfinals früher anzusetzen. Diese Forderung habe er im Laufe der Saison mehrfach vorgebracht, sei damit jedoch nicht durchgedrungen.

 

Schlafmangel als strukturelles Problem

Besonders deutlich wurde Galán, als er über die körperlichen Folgen des aktuellen Spielplans sprach. Er schilderte, dass er seine physiotherapeutische Behandlung am Vortag erst um 1:30 Uhr morgens beendet habe. Solche extrem kurzen Nächte seien keine Ausnahme, sondern fast schon die Regel. Bei vielen Turnieren gehe er erst um vier oder fünf Uhr morgens schlafen, was den gesamten Biorhythmus durcheinanderbringe.

Galán betonte, dass er sich dieser Belastung bewusst sei und wisse, dass sie Teil des Profisports sei. Dennoch wünsche er sich mehr Ausgeglichenheit und Fairness im Turnierkalender. Seine Aussagen trafen einen wunden Punkt: die zunehmende körperliche Beanspruchung durch dichte Spielpläne und späte Anstoßzeiten.

 

Ein episches Finale – trotz allem verloren

Ob der von Galán angesprochene Schlafmangel letztlich eine Rolle im Finale spielte, lässt sich kaum objektiv beurteilen. Fest steht jedoch, dass das Endspiel an Dramatik kaum zu überbieten war. Chingotto und Galán sicherten sich den ersten Satz im Tiebreak, bevor Tapia und Coello mit großer Intensität zurückschlugen. Der dritte Satz entwickelte sich zu einem Nervenspiel auf höchstem Niveau – erneut entschieden im Tiebreak.

In den entscheidenden Momenten war es einmal mehr Agustín Tapia, der den Unterschied machte. Arturo Coello überzeugte mit herausragender Defensivarbeit, während Galán trotz seiner Kritik vor dem Match eine seiner besten Saisonleistungen abrief. Doch wie so oft in diesem Jahr reichte selbst ein starkes Auftreten nicht aus, um das dominierende Duo zu bezwingen.

 

Eine Debatte, die neu entfacht wird

Galáns Aussagen dürften die Diskussion um den Premier-Padel-Kalender erneut anheizen. Ist der Spielplan zu fordernd? Sollten Anstoßzeiten und Turnierstrukturen überarbeitet werden, um eine echte Chancengleichheit zwischen den Paaren zu gewährleisten?

Galán sprach es offen an: Tapia und Coello hatten mehr Erholung. Sie nutzten diesen Vorteil – und siegten. Ob dies Zufall war oder ein strukturelles Problem widerspiegelt, bleibt Interpretationssache. Sicher ist jedoch: Die Worte des spanischen Stars haben ein Thema in den Fokus gerückt, das den Profipadel-Zirkus auch in Zukunft begleiten wird.

 
 
 

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