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Jakarta: Bullpadel-Schläger im Hosenbund geklaut – Polizei ermittelt

  • vor 2 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
Jakarta: Bullpadel-Schläger im Hosenbund geklaut – Polizei ermittelt

Padel wird in Jakarta gerade zur Trendsportart – offenbar so sehr, dass es manchen auf ganz eigene Ideen bringt. Im Stadtteil Krukut, Tamansari (West-Jakarta), gelang zwei Männern ein sportliches Kunststück ganz anderer Art: Sie verließen ein Padel-Fachgeschäft mit zwei Bullpadel-Schlägern, die sie nicht bezahlt hatten.

Der Fall, der am Mittwoch, 12. August, von mehreren indonesischen Medien aufgegriffen wurde, ereignete sich je nach Quelle am Montag oder Dienstag zuvor in dem, wie die lokale Presse berichtet, als Flagship-Store von Padel Avenue identifizierten Geschäft. Die Ironie dabei: Nicht der Händler alarmierte die Polizei, sondern eine sogenannte Cyber-Patrouille – Beamte, die im Rahmen ihrer Arbeit soziale Netzwerke durchsuchen –, nachdem ein Video der Szene viral gegangen war.

Die Masche: Ablenkung und ein elastischer Hosenbund

Auf den Überwachungsaufnahmen wirkt das Szenario fast wie ein Sketch. Der erste Mann verwickelt die Angestellten in ein Gespräch, offenbar ernsthaft an Schlägern interessiert, und fragt nach verfügbaren Modellen. Während das Personal mit ihm beschäftigt ist, macht sich sein Komplize unauffällig an den Auslagen zu schaffen, greift sich einen ersten, dann einen zweiten Schläger – und schiebt sie sich vorne in die Hose, bevor er sie mit seinem Oberteil verdeckt.

Anschließend verlassen die beiden Männer den Laden wie ganz gewöhnliche Kunden, die einfach nichts nach ihrem Geschmack gefunden haben. Nur: In Sachen Diskretion erinnert das Herumlaufen mit zwei Padelschlägern im Hosenbund eher an einen Pantomime-Wettbewerb als an den Coup des Jahrhunderts – und genau dieses leicht komische Detail machte in den sozialen Netzwerken Indonesiens die Runde.

Polizei bestätigt Ermittlungen – bislang keine offizielle Anzeige

Auf Nachfrage der lokalen Presse bestätigte der Leiter der Polizeiwache Tamansari, Kommissar Bobby M. Zulfikar, den Vorfall. Seine Einheit sei aus eigener Initiative vor Ort gewesen, da der Laden bislang keine offizielle Anzeige (LP, laporan polisi) erstattet habe. Die Ermittler sammeln derzeit Beweise, insbesondere Aufnahmen der Überwachungskameras, um die beiden Verdächtigen zu identifizieren.

Auch der Leiter der Kriminalpolizei-Einheit der Wache, Inspektor Egy Irwansyah, bestätigte den Vorfall gegenüber den Medien. Die Polizei sei noch am selben Tag vor Ort gewesen und ermutige das Geschäft, seine Anzeige zu formalisieren. Weder die genaue Anzahl der entwendeten Gegenstände – über die zwei im Video sichtbaren Schläger hinaus – noch die konkrete Schadenshöhe wurden bislang bekanntgegeben, die Ermittlungen laufen noch.

Padel als neues Ziel für Diebe in Jakarta?

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Padel-Geschäft in der indonesischen Hauptstadt mit einem solchen Vorfall konfrontiert ist. Wenige Wochen zuvor hatte ein deutlich schwerwiegenderer Fall in Süd-Jakarta für Aufsehen gesorgt: Ein Ladenangestellter war des Diebstahls von zehn Padelschlägern und einem Paar Schuhe beschuldigt worden – ein Fall, der bis hin zu Vorwürfen von Freiheitsberaubung und Gewalt gegen eben diesen Angestellten eskalierte und inzwischen separat vor Gericht behandelt wird.

Schwer, darin nicht ein Symptom des Padel-Booms in Indonesien zu sehen: Der Sport ist im Aufwind, Premium-Schläger wie die von Bullpadel sind teuer, und die Nachfrage wächst schneller, als die Fachgeschäfte nachliefern können. Offenbar genug, um auch weniger sportliche Begehrlichkeiten zu wecken.

Was den mutmaßlichen Tätern droht

Im indonesischen Strafrecht fällt einfacher Diebstahl unter Artikel 362 des Strafgesetzbuchs, der je nach Umständen und Wert der gestohlenen Ware theoretisch mehrere Jahre Haft nach sich ziehen kann. Zunächst muss die Polizei die beiden gefilmten Personen jedoch offiziell identifizieren – ein Filzhut und eine Sonnenbrille machen vor einer HD-Kamera leider nicht unsichtbar.

Zwei Männer, zwei Bullpadel-Schläger, eine Ablenkung nach Art eines Komiker-Duos und ein Video, das in Dauerschleife durch die sozialen Netzwerke läuft: Das ist im Kern die Geschichte, die die Padel-Händler in Jakarta ebenso amüsiert wie beunruhigt. Die Ermittlungen laufen weiter – und eines ist sicher: Verweilt der nächste Kunde etwas zu lange vor der Schläger-Vitrine, werden die Verkäufer in Tamansari vermutlich ein Auge – oder besser zwei – auf seine Handbewegungen haben.

Quelle: Le Padel Magazine (padelmagazine.fr): Originalartikel

 
 
 

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