
Nieto/Yanguas gegen Stupaczuk/Sanz: 21 Punkte Abstand und ein FIP Gold in Belgrad, das alles verändern kann
- vor 18 Stunden
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Der Kampf um die Plätze bei den gesetzten Paaren wird so eng, dass sich einige der besten Paare der Welt sogar auf der FIP Tour Punkte holen. Jorge Nieto/Miguel Yanguas und Franco Stupaczuk/Jon Sanz sind für das FIP Gold in Belgrad gemeldet, das vom 24. bis 30. August in Serbien stattfindet. Warum ein Gold spielen, wenn es nicht einmal ein Platinum ist – nur wenige Tage vor dem Madrid P1? Die Antwort liegt vor allem in einer Zahl: 21 Punkte.
Der Kalender Ende August hielt eine kleine Überraschung bereit.
Zwischen dem London P1 und dem Wiederbeginn von Premier Padel in Madrid hätten sich einige Mitglieder der Weltspitze eigentlich ein paar zusätzliche wettkampffreie Tage gönnen können. Doch Coki Nieto/Miguel Yanguas und Franco Stupaczuk/Jon Sanz haben sich für einen anderen Weg entschieden: Richtung Belgrad und die FIP Tour.
Die FIP bestätigt, dass das FIP Gold Belgrad vom 24. bis 30. August 2026 stattfindet – unmittelbar vor dem Madrid P1, das vom 31. August bis 6. September ausgetragen wird.
Und diese Reise nach Serbien ist alles andere als eine Nebensächlichkeit.
Nur 21 Punkte zwischen den beiden Paaren
Ein Blick auf die Meldeliste genügt, um es zu verstehen. Mit den zum Meldeschluss ausgewiesenen Punkten: Nieto/Yanguas 11.697 Punkte, Stupaczuk/Sanz 11.676 Punkte. Abstand: 21 Punkte.
Mit anderen Worten: praktisch nichts.
Die beiden neuen Partnerschaften liegen bei der Paarhierarchie Kopf an Kopf. Nieto/Yanguas belegen vorläufig Rang 4 unter den gemeldeten Paaren, Stupaczuk/Sanz Rang 5.
In diesem Kontext können wenige Dutzend Punkte erhebliche Bedeutung erlangen.
Denn hinter der bloßen Platzierung in der Rangliste verbirgt sich bei Premier Padel ein wesentlicher Faktor: der Setzstatus und damit die Platzierung im Tableau.
Gesetzte Position 4 statt 5 zu sein, kann den theoretischen Turnierverlauf erheblich verändern. Paar Nummer 4 ist bis zum Halbfinale vor den ersten drei Paaren geschützt, während Paar Nummer 5 theoretisch bereits im Viertelfinale auf eines der Top-4-Paare treffen kann.
Wenn nur 21 Punkte zwei Partnerschaften trennen, wird daher jede Gelegenheit interessant.
Aber warum ausgerechnet bei einem FIP Gold Punkte holen?
Genau das macht ihre Teilnahme in Belgrad interessant.
Man hätte erwarten können, Spieler dieses Niveaus nur bei FIP-Platinum-Turnieren zu sehen, der höchsten Kategorie der CUPRA FIP Tour.
Doch 2026 ist ein FIP Gold in Sachen Rangliste alles andere als vernachlässigbar.
Die Punktetabelle sieht wie folgt aus: Sieger 150 Punkte, Finalist 90 Punkte, Halbfinale 50 Punkte, Viertelfinale 25 Punkte, Achtelfinale 14 Punkte, Sechzehntelfinale 8 Punkte.
Die Punktetabelle 2026 der CUPRA FIP Tour entspricht weiterhin jener, die 2025 eingeführt wurde: 150 Punkte für den Sieger eines Gold, gegenüber 300 für ein Platinum. Die FIP hatte diese Aufwertung im Zuge der Neuausrichtung ihrer zweiten Tour offiziell angekündigt.
Die offiziellen Ergebnisse der Spieler 2026 bestätigen dies: Alejandro Ruiz erhielt beispielsweise 150 Punkte für seinen Sieg beim FIP Gold von Ponta Delgada, während ein FIP-Gold-Finale 90 Punkte einbringt.
Und bei nur 21 Punkten Abstand zwischen Nieto/Yanguas und Stupaczuk/Sanz kann schon ein einziger unterschiedlicher Turnierverlauf in Belgrad die Hierarchie verschieben.
150 Punkte – was bedeutet das bei Premier Padel?
Hier wird der Vergleich besonders aussagekräftig.
Der Gewinn eines FIP Gold bringt 150 Punkte pro Spieler.
Das liegt natürlich noch weit von einem Sieg bei Premier Padel entfernt: Major 2.000 Punkte, P1 1.000 Punkte, P2 600 Punkte, FIP Platinum 300 Punkte, FIP Gold 150 Punkte.
Doch nur die Siege zu vergleichen wäre irreführend.
Um das tatsächliche Interesse an Belgrad zu bewerten, muss man die 150 Punkte des Gold-Siegers mit den verschiedenen erreichten Runden bei Premier Padel vergleichen.
2026 gelten bei einem Herren-P1 unter anderem folgende Referenzwerte: 360 Punkte für ein Halbfinale, 180 für ein Viertelfinale, 90 für ein Achtelfinale und 45 Punkte für ein Sechzehntelfinale. Ein Sieg bringt weiterhin 1.000 Punkte. Die offiziellen FIP-Profile erlauben es, diese Punktvergaben direkt bei den Spielerergebnissen nachzuvollziehen.
Das bedeutet etwas durchaus Bemerkenswertes: Ein FIP Gold zu gewinnen bringt mehr ein als das Achtelfinale eines P1 zu erreichen.
150 Punkte gegenüber 90.
Und der Gold-Sieg liegt sogar relativ nah an einem P1-Viertelfinale, das 180 Punkte einbringt.
Belgrad zu gewinnen entspricht rechnerisch fast einem P1-Viertelfinale
Das ist wahrscheinlich der beste Weg zu verstehen, warum zwei so hoch platzierte Paare bereit sind, nach Serbien zu reisen.
Punktemäßig betrachtet: Sieg FIP Gold 150 Punkte, Achtelfinale P1 90 Punkte, Viertelfinale P1 180 Punkte.
Ein Titel in Belgrad entspricht damit 83 % der Punkte eines P1-Viertelfinales.
Für ein Paar, das um 21 Punkte kämpft, ist das enorm.
Das bedeutet natürlich nicht, dass ein FIP Gold denselben sportlichen Schwierigkeitsgrad hat wie ein Premier-Padel-Viertelfinale. Tableau-Dichte und Gegnerniveau unterscheiden sich deutlich.
Doch die FIP-Rangliste misst nicht die subjektive Schwierigkeit des Turnierverlaufs: Sie vergibt eine präzise Punktzahl für das erzielte Ergebnis.
Und 150 Punkte bleiben 150 Punkte.
Schon ein Finale könnte die Hierarchie durcheinanderbringen
Es ist nicht einmal zwingend nötig, Belgrad zu gewinnen.
Ein Finale bringt 90 Punkte – mehr als das Vierfache des aktuellen Abstands zwischen den beiden Paaren.
Ein Halbfinale bringt 50 Punkte – immer noch mehr als das Doppelte der besagten 21 Punkte.
Das macht das Turnier besonders interessant.
Erzielen beide Teams exakt dasselbe Ergebnis, bleibt der Abstand naturgemäß durch andere Bewegungen in der Rangliste und zu verteidigende Punkte begrenzt. Doch sobald ein Paar eine Runde weiter kommt als das andere, kann Belgrad entscheidend für ihr Duell werden.
Einfaches Beispiel: Gewinnt das eine Paar und scheidet das andere im Finale aus, beträgt der rohe Unterschied zwischen beiden Leistungen 60 Punkte.
Erreicht das eine das Finale und das andere nur das Halbfinale: 40 Punkte.
In beiden Fällen ist das mehr als die 21 Punkte, die sie aktuell trennen.
Dabei muss man den Mechanismus der FIP-Rangliste berücksichtigen: Es zählen nur die 22 besten Ergebnisse. Ein neues Resultat bedeutet also nicht automatisch, dass alle gewonnenen Punkte zur Gesamtsumme hinzukommen – es kann ein bereits unter den 22 gewerteten Ergebnissen ersetzen. Die FIP bestätigt, dass dieses System mit 22 gewerteten Turnieren 2026 weiterhin gilt, bevor es 2027 auf 21 reduziert wird.
Eine wesentliche Nuance.
Ein Kampf, der weit über Belgrad hinausgeht
Warum so sehr um ein paar Dutzend Punkte kämpfen? Weil der Kampf um die Setzpositionen die kommenden Monate prägen kann.
Hinter den beiden derzeit unantastbaren Duos, Coello/Tapia und Galán/Chingotto, ist die Hierarchie deutlich instabiler.
Die für Belgrad übermittelte Meldeliste veranschaulicht diese Situation perfekt: Coello/Tapia führen mit 42.246 Paarpunkten, vor Galán/Chingotto mit 35.812.
Dahinter verfügen Lebrón/Augsburger noch über einen gewissen Abstand mit 16.026 Punkten.
Dann kommt das eigentliche Gedränge: Nieto/Yanguas 11.697, Stupaczuk/Sanz 11.676, Di Nenno/Navarro 11.257.
Der Kampf um die Plätze 4, 5 und 6 ist somit besonders eng.
Und Vierter oder Fünfter zu sein, ist keineswegs eine Kleinigkeit.
Setzposition 4 – eine zentrale Frage
In einem klassischen Tableau ist der Unterschied erheblich. Die Setzposition Nummer 4 kann bis zum Halbfinale nicht auf eines der ersten drei Paare treffen. Setzposition Nummer 5 hingegen gehört zu der Gruppe von Paaren, die bereits im Viertelfinale auf ein Top-4-Paar treffen können.
Bei einem Major oder P1, wo Coello/Tapia und Galán/Chingotto einen Großteil der letzten Runden unter sich ausmachen, kann es die Chancen, weit zu kommen, deutlich erhöhen, diesen Teams eine Runde länger auszuweichen.
Es handelt sich also um einen echten Kreislauf: Punkte sammeln ermöglicht eine bessere Setzposition; eine bessere Setzposition kann ein theoretisch günstigeres Tableau bedeuten; weiter zu kommen erlaubt es dann, noch mehr Punkte zu sammeln.
Umgekehrt kann der Verlust einiger Plätze den Turnierverlauf schnell erschweren.
Belgrad kurz vor Madrid – kein Zufall
Der Kalender verleiht dieser Entscheidung zusätzliches Gewicht. Das FIP Gold Belgrad ist vom 24. bis 30. August angesetzt. Der Madrid P1 beginnt bereits am 31. August, gefolgt vom Paris Major vom 7. bis 13. September.
Mit anderen Worten: Nieto/Yanguas und Stupaczuk/Sanz entscheiden sich, unmittelbar vor zwei Höhepunkten der europäischen Saison eine zusätzliche Wettkampfwoche in ihren Kalender aufzunehmen.
Die Entscheidung erfordert zwangsläufig eine Abwägung zwischen Ermüdung und rechnerischer Chance.
Doch bei 21 Punkten Abstand ist die Versuchung leicht nachvollziehbar.
Eine Situation, die bald nicht mehr möglich sein wird
Und es gibt noch ein besonders interessantes Detail.
Ab 2027 wird die FIP die Präsenz der besten Spieler auf ihrer zweiten Tour gezielt einschränken.
Die neuen Regeln sehen vor, dass bei FIP-Gold-Turnieren Spieler der Weltränge 1 bis 4 nicht mehr teilnehmen dürfen, während jene zwischen Rang 5 und 16 nur noch über eine Wildcard einsteigen können.
Die FIP begründet diese Reform mit dem Wunsch, mehr Chancen für schlechter platzierte Spieler und aufstrebende Talente zu erhalten.
Die Präsenz mehrerer Mitglieder der Weltspitze in Belgrad 2026 zeigt genau, warum sich diese Frage stellt.
Wenn 21 Punkte genügen, um zwei Top-Weltpaare nach Serbien zu schicken
Auf den ersten Blick mag es überraschen, Nieto/Yanguas und Stupaczuk/Sanz bei einem FIP Gold spielen zu sehen.
In Wirklichkeit ist die Rechnung völlig rational.
Ein Titel ist 150 Punkte wert. Ein Finale 90. Und der aktuelle Abstand zwischen den beiden Paaren beträgt gerade einmal 21.
Quelle: Le Padel Magazine (padelmagazine.fr) – https://padelmagazine.fr/nieto-yanguas-et-stupaczuk-sanz-21-points-decart-et-un-fip-gold-belgrade-qui-peut-tout-changer/




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